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22.12.2016

Studierende auf Exkursion am Polarkreis

Interdisziplinarität und Internationalisierung

33 Studierende der Hochschule Kempten aus drei Fakultäten und sechs Studiengängen besuchten in Finnland ihre nördlichste Partneruniversität in Rovaniemi am Polarkreis. Ziel war es die Studienbedingungen in Finnland kennenzulernen, die Kultur in Lappland zu erfahren und nebenbei durch die Vernetzung von Studierenden technischer und wirtschaftlicher Studiengänge die Vielfalt der Hochschule Kempten zu leben. So erlebten die Bachelor- und Masterstudierenden der Fakultäten Tourismus, Maschinenbau und Elektrotechnik neben klirrender Kälte und langen Nächten auch Gastfreundschaft und übten sich gemeinsam in mancher finnischen Sportaktivität.

Organisiert wurde die Exkursion von der Projektgruppe International (PI) der Hochschule Kempten, die seit Jahren derartige fakultätsübergreifende Veranstaltungen zur Förderung der Internationalisierung der Hochschule durchführt. Bereits im Mai dieses Jahres waren finnische Studierende zu Besuch in Kempten. Die Projektgruppe PI führte einen einwöchigen Intensivkurs mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus mehreren Fakultäten durch. Nun erfolgte der Gegenbesuch.

Beide Bildungsstätten haben mit etwa 6000 Studierenden eine ähnliche Größe. Sehr unterschiedlich sind aber die Studienbedingungen, wie die Kemptener Studierenden während der Besichtigung des finnischen Campus feststellten. Es gibt dort kaum Vorlesungssäle, stattdessen eine Vielzahl von Seminarräumen für Gruppen von 10 bis 15 Studierenden, in denen Lernen und Projektarbeiten in Kleingruppen stattfinden. „Das sind ja beneidenswerte Zustände“ fasst der Masterstudent Tom Ellwitz zusammen. Der Exkursionsleiter Prof. Dr. Ulrich Bauer erklärt, dass Finnland über sieben Prozent seines Bruttoinlandsproduktes für Bildung aufwendet, Deutschland hingegen nur rund vier Prozent.

Die Gruppenunterkünfte in typisch finnischen Häusern waren mit Sauna ausgestattet, welche gerne in Anspruch genommen wurde. Das gemeinsame Wohnen und die gemeinsamen Aktivitäten, wie das Vorbereiten des Studentendinners und eine Schneeschuhwanderung bei Nacht, schweißte die Gruppe über die Fakultätsgrenzen hinweg zusammen. Der begleitende Maschinenbauprofessor Dr. Gerald Winz und die Dozentin Lorenia Garcia freuten sich: „Die Disziplinen können durch diese Vernetzung profitieren und viel voneinander lernen“.

Ein Highlight war die Schlittensafari mit Huskys durch die schneebedeckte Landschaft. Der Besuch des Museums der Samen im kleinen Ort Kittilä veranschaulichte die Geschichte der Ureinwohner und zeigte auch das dunkle Kapitel ihrer Unterdrückung auf.

Wer lange genug in der Kälte ausharren wollte und etwas Glück hatte, konnte die Magie der Polarlichter erfahren, die sich in verschiedensten Formationen am klaren Nachthimmel zeigten. In wissenschaftlichen Vorträgen wurde das Phänomen von den Ingenieuren erklärt. Die Touristikstudierenden erklärten den anderen Exkursionsteilnehmern Land, Kultur und Wirtschaft der Finnen. So wurden der Bus, die Unterkunft und der Flughafen zu Seminarräumen, in denen die Studierenden Themen aus ihren jeweiligen Fachgebieten präsentierten und diskutierten. „In so kurzer Zeit so viel gelernt, erlebt und verstanden! Das war die beste Exkursion während der gesamten Studienzeit!“ meint Julia Drefs, Vertreterin der Studierenden im Fakultätsrat Tourismus.

Foto: Hochschule Kempten
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