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02.06.2017

Neue Wege in der Geriatrie

Kooperation zwischen Hochschule und Klinikverbund

Der Klinikverbund Kempten-Oberallgäu und die Hochschule Kempten schließen einen Kooperationsvertrag ab, der die Zusammenarbeit beider Institutionen im Bereich der Geriatrie wesentlich stärken und innovative Formen der Zusammenarbeit erschließen wird. Die Kooperation umfasst insbesondere die Einrichtung einer verbundenen Professur-Arzt-Stelle, die die medizinischen Module im neuen Studiengang „Geriatrische Therapie, Rehabilitation und Pflege“ (Bachelor of Science) unterrichten und die geriatrischen Abteilungen des Klinikverbunds verstärken soll. Darüber hinaus werden beide Kooperationspartner im praxisorientierten Unterricht sowie in Lehr- und Forschungsprojekten zusammenarbeiten.

Beide Vertragspartner messen der Weiterentwicklung der Geriatrie große Bedeutung bei, sowohl hinsichtlich der geriatriespezifischen Weiterqualifikaion von Gesundheitsfachkräften, der Entwicklung und Erprobung neuer Konzepte für die geriatrische Versorgung alter Menschen als auch der Generierung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Um die geriatrische Versorgung auf hohem Niveau sicherzustellen, ist bei allen beteiligten Professionen fundierte geriatrische Fachkenntnis sowie praktische Erfahrung in der Arbeit mit alten Menschen erforderlich, nicht zuletzt bei den bislang primär nichtakademisch ausgebildeten Gesundheitsfachkräften aus den pflegenden und therapeutischen Berufen. Zugleich bedarf es neuer Konzepte, Herangehensweisen und Lösungsstrategien, um der wachsenden Zahl versorgungsbedürftiger alter Menschen gerecht zu werden. Dabei stellt der hohe Anteil an alten Menschen mit demenziellen Erkrankungen das Gesundheitswesen vor besonders große, stetig wachsende Herausforderungen.

Mit ihrer Kooperation reagieren der Klinikverbund Kempten-Oberallgäu und die Hochschule Kempten auf diese Entwicklung. Die Hochschule hat bereits mit dem Studienfeld „Gesundheit und Generationen“ und der Einführung des neuen Studiengangs „Geriatrische Therapie, Rehabilitation und Pflege“ (Bachelor of Science) im vergangenen Jahr einen ersten Schritt getan.

Mit dem Klinikverbund arbeitet die Hochschule seit längerem in verschiedenen Feldern zusammen, auch im Rahmen dieses Studiengangs. Der Kooperationsvertrag vertieft und erweitert diese Kooperation und ermöglicht es insbesondere, eine Geriaterin oder einen Geriater für die Lehre in den altersmedizinischen Fächern zu gewinnen, der oder die zu 50 Prozent eine Professur an der Hochschule innehat und zu weiteren 50 Prozent eine ärztliche Tätigkeit in den geriatrischen Abteilungen des Klinikverbunds ausübt. „Für eine hochwertige Qualifikation der Studierenden ist es wichtig, dass hier jemand lehrt, der die aktuelle Praxis in den Bereichen der Akutgeriatrie und geriatrischen Rehabilitation kennt und dessen Expertise durch den kontinuierlichen Patientenkontakt stets auf dem neuesten Stand ist“, erläutert die Studiengangskoordinatorin Prof. Dr. Veronika Schraut.

Für den Klinikverbund bietet die Kooperation die Chance, an der Ausbildung akademisch qualifizierter Gesundheitsfachkräfte mitzuwirken und auch an der Weiterentwicklung des Curriculums entsprechend den Bedarfen im klinischen Bereich beteiligt zu sein, natürlich auch mit Blick auf die Fachkräftesicherung. Der Geschäftsführer des Klinikverbunds, Andreas Ruland, betont: „Die aktuellen Herausforderungen am Arbeitsmarkt, gerade im Pflege- und Therapiebereich, verstärken die Notwendigkeit, zukünftig auch akademisch qualifizierte Gesundheitsfachkräfte einzusetzen und diese mit neuen, bedarfsorientierten Aufgaben zu betrauen. Ebenso sind wir überzeugt, dass es aufgrund steigender Anforderungen in der geriatrischen Versorgung auch neuartiger Konzepte bedarf, die im Rahmen dieser Kooperation gemeinsam mit der Hochschule Kempten entwickelt und erprobt werden können.“

Für den Präsidenten der Hochschule Kempten, Prof. Dr. Robert F. Schmidt, ist die Kooperation mit dem Klinikverbund zugleich ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Studienfeldes „Gesundheit und Generationen“, das mithilfe des Struktur- und Regionalisierungskonzepts des Bayerischen Wissenschaftsministeriums etabliert wurde. „Die Kooperation mit dem Klinikverbund ist nicht nur von praktischer, sondern auch von strategischer Bedeutung. Sie trägt zur Qualitätssicherung des Studienangebots bei, erhöht dessen Sichtbarkeit und verbessert wesentlich die berufliche Akzeptanz der späteren Absolventinnen und Absolventen.“

Foto: Hochschulpräsident Prof. Dr. Robert F. Schmidt und Andreas Ruland, Geschäftsführer des Klinikverbunds Kempten-Oberallgäu, unterzeichnen im Beisein von Studiengangsleiterin Prof. Dr. Veronika Schraut den Kooperationsvertrag.

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