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08.06.2017

Gesundheit im Unternehmen

Rückblick Fachtagung Fakultät Soziales & Gesundheit

Nach dem Prinzip „Unternehmen helfen Unternehmen“ bot die 14. Fachtagung der Fakultät Soziales und Gesundheit, begleitet durch das von der Hochschule initiierte „BGM Netzwerk Allgäu“, in der vergangenen Woche eine Plattform für Unternehmen, sich auszutauschen und praxisnahe Lösungen in Bezug auf die Einführung und Umsetzung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) zu erarbeiten.

Prof. Dr. Marcus Zinsmeister, der gemeinsam mit dem BGM-Netzwerk Allgäu die inhaltliche Leitung der Veranstaltung innehatte, erläuterte einleitend, dass mit der Fachtagung für die Region Allgäu ein wichtiger Entwicklungsimpuls hin zum Verständnis von "Gesundheit als Kulturthema" gesetzt werden soll. Viele Unternehmen verstehen Gesundheit noch nicht als Organisationsentwicklungsprozess. Vielmehr werden oftmals lediglich einzelne, nicht verzahnte Maßnahmen zur Gesundheitsförderung durchgeführt.

Der Präsident der Hochschule Kempten, Prof. Dr. Robert F. Schmidt, betonte in seinem Grußwort, dass „Gesundheit ein zentraler Bereich ist, der weiterentwickelt werden soll. Die Hochschule Kempten will Plattform sein, um den Austausch mit und zwischen den Unternehmen im Hinblick auf das Thema Betriebliche Gesundheitsförderung zu ermöglichen und zu fördern.“

Als Hauptredner verdeutlichte Prof. Dr. Bernhard Badura als Pionier der Forschung im Bereich „Arbeit und Gesundheit“ und wissenschaftlicher Leiter des Studiengangs „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ an der Fakultät Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld den ca. 280 anwesenden Gästen die Mitarbeiterbindung durch Kulturentwicklung als zentrales Thema der Betrieblichen Gesundheitsförderung. In der heutigen durch Kopfarbeit, Selbstbestimmung und Digitalisierung geprägten Arbeitswelt sind laut Prof. Dr. Badura vier Faktoren, sowohl für die Qualität des sozialen Systems als auch für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Unternehmen, entscheidend: Qualität der Führung, Qualität der Kultur, Beziehungsqualität und sinnstiftende Arbeit.

Prof. Dr. Matthias Knecht, Dekan der Fakultät Soziales und Gesundheit, hob die zentrale Bedeutung der Vernetzung im Gesundheitswesen hervor und stellte fest, dass die Expertise von Prof. Dr. Bernhard Badura schon mehrere Netzwerke im Betrieblichen Gesundheitsmanagement auf den Weg gebracht hätte, so dass der Vortrag auch für die Region Allgäu wichtige Impulse garantiere. Unter der Moderation von Vertreterinnen und Vertretern aus regionalen Unternehmen, die bereits erfolgreich ein Betriebliches Gesundheitsmanagement eingeführt und umsetzen haben, konnten sich die Besucherinnen und Besucher der Fachtagung in fünf verschiedenen Workshops nicht nur über Erfolgsfaktoren und Stolpersteine sowie Evaluationsmaßnahmen von gesundheitsförderlichen Maßnahmen austauschen, sondern auch anhand von Testaufbauten erfahren, wie alternsgerechte Produktionsarbeitsplätze gestaltet werden können.

Nachdem sich die Gäste der Fachtagung wieder im Plenum eingefunden hatten, stellte Prof. Dr. Marcus Zinsmeister die Ergebnisse der Vorstudie, den aktuellen Stand sowie die weiteren Schritte des BGM Netzwerkes Allgäu vor. Vision des Netzwerkes ist die Erhöhung der Anzahl an Allgäuer Unternehmen, die systematisch und nachhaltig Betriebliches Gesundheitsmanagement umsetzen. Abschließend referierte Prof. Dr. Klaus Rauch, Professor für Rechnungswesen und allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Kempten, darüber, wie erreicht werden kann, dass Ausgaben zur Betrieblichen Gesundheitsförderung nicht zu steuer- und sozialversicherungspflichtigem Arbeitslohn bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden.

Zur Auflockerung des anspruchsvollen und spannenden Programms trug das Allgäuer Improvisationstheater „Die WendeJacken“ erfolgreich bei.

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