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22.06.2017

Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Träumen

Snoezelenraum für Studienzwecke eingeweiht

An der Hochschule Kempten wurde heute im Beisein mehrerer Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gesundheit und Wissenschaft der neue Snoezelenraum offiziell eingeweiht. Der Sinnesraum ist Teil der Lehre im Studiengang Geriatrische Therapie, Rehabilitation und Pflege und dient der Veranschaulichung typischer geriatrischer Handlungskonzepte wie dem Snoezelen, vor allem im Umgang mit von Demenz betroffenen Menschen.

Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Träumen. Sich erinnern, abtauchen und entspannen. Das alles ist Snoezelen (sprich „snuzelen“). Ein Fantasiewort, in dem die niederländischen Verben „snuffelen“ (dt.: schnüffeln, schnuppern) und „doezelen“ (dt.: dösen, schlummern) vereint sind. Snoezelen wurde in den 80er Jahren in den Niederlanden in Einrichtungen für Men-schen mit Schwerstbehinderung entwickelt. Hinter dem Snoezelen steht ein multifunktionales Konzept: In einem besonders ansprechend gestalteten Raum werden über Licht-, Klang- und Tonelemente, Aromen und Musik Sinnesempfindungen ausgelöst. Diese wirken auf die verschiedenen Wahrnehmungsbereiche entspannend, aber auch aktivierend. Das gezielt ausgesuchte Angebot steuert und ordnet die Reize, weckt Interesse, ruft Erinnerungen hervor und lenkt Beziehungen. Das Snoezelen soll immer Wohlbefinden erzeugen. Es ist Therapie und Förderung zugleich und wird in allen Entwicklungs- stufen vom Kleinkind bis zum betagten Menschen eingesetzt. Nach den ersten Erfahrungen in den Niederlanden hat sich das Snoezelen seit Ende der 80er Jahre in Großbritannien, Deutschland und ab den 90ern auch weltweit verbreitet. In geriatrischen Institutionen erfreut sich das Konzept des Snoezelens immer größerer Beliebtheit.

Einbindung des Snoezelenraums in das Studium

Die eigenständige Anwendung und die Evaluation der Praxiswirksamkeit des Konzepts des Snoezelens ist Teil des Curriculums des im vergangenen Jahr neu eingerichteten Studiengangs „Geriatrische Therapie, Rehabilitation und Pflege“ der Fakultät Soziales und Gesundheit. Um möglichst praxisnah zu lehren, hat die Studiengangskoordinatorin Professorin Dr. Veronika Schraut gemeinsam mit fünf Studierenden im Sommersemester 2017 den Snoezelenraum im Gebäude A, der „Denkfabrik“ geschaffen. Der Raum bietet den Studierenden nicht nur die Möglichkeit, das Konzept des Snoezelens zu erlernen, sondern sich auch mit in diesem Zusammenhang ergebenden Forschungsfragen auseinanderzusetzen. Der Snoezelenraum soll über den Studiengang hinaus, unter anderem als Lehrkonzept im heilpädagogischen Bereich von sozialpädagogischen Studiengängen oder im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, Anwendung finden.

An der Einweihung des Raumes nahmen am heutigen Donnerstag neben Ruth Nowak, Amtschefin im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege auch Landtagsabgeordneter Ulrich Leiner und mehrere Vertreter regionaler Kliniken sowie der Diakonie teil.

Fotos: Einweihung des Snoezlenraumes an der Hochschule Kempten. Bild links oben v.l.n.r.: Ruth Nowak, Amtschefin des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, Ulrich Leiner, MdL, Prof. Dr. Veronika Schraut, Studiengangskoordinatorin des Bachelorstudiengangs Geriatrische Therapie, Rehabilitation und Pflege sowie Hochschulpräsident Prof. Dr. Robert F. Schmidt. Bildnachweis: Hochschule Kempten / Sybille Adamer

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