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25.07.2017

Komplexe Welt der Fleischverpackung

QualiMeat-Forschungspartner treffen sich im Allgäu

Das Unternehmen Multivac Sepp Haggenmüller lud Anfang Juli die Partner des QualiMeat Konsortiums nach Wolfertschwenden, wo das zweite Projektmeeting stattfand. Die Diskussionen rund um erste Projektergebnisse und die Führung durch das Multivac Firmengelände verstärkten den Austausch zwischen den wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Partnern.

Fleisch in Schalen mit modifizierter Schutzatmosphäre verpackt, in Skin Verpackungen oder in Schrumpfbeutel – in den Supermärkten wird Frischfleisch mittlerweile in verschiedensten Fleischverpackungssystemen angeboten. Dass dabei auch noch eine Vielzahl an unterschiedlichen Materialien aus verschiedenen Polymeren und mit unterschiedlichem Aufbau verwendet werden, ist den Konsumenten wohl kaum bewusst. Aber welchen Einfluss haben nun diese Verpackungen auf das Produkt selbst und kann die ideale Verpackung zu einer längeren Haltbarkeit der Produkte führen? Um dieser Frage nachzugehen, arbeiten Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft intensiv im QualiMeat Projekt zusammen.

Mit nichtinvasiven Messungen von Fleischparametern mittels Nahinfrarotspektroskopie bzw. Raman durch diverse Folien hindurch oder invasiven Messungen (wie z.B. der Gesamtkeimzahlbestimmung, Farb- oder Texturmessungen) oder Untersuchungen der Sensorik von Fleisch, das entweder in MAP (modified atmosphere packaging) oder in Skinfolien verpackt war – die akademischen Partner der Universität Innsbruck und des MCI wenden für das QualiMeat Projekt modernste technologische Verfahren im Labor an, um die Qualität von verpackten Fleisch in Lagerungsversuchen wissenschaftlich genau unter die Lupe zu nehmen. Parallel dazu arbeitet die Hochschule in Kempten an einer Datenbank, die eine Übersicht der auf dem Markt befindlichen Verpackungssysteme für Frischfleisch beinhalten soll. Rund 340 komplexe Datensätze umfasst die Datenbank bereits und soll noch weiter ausgebaut und vertieft werden. So sollen auch zukunftsweisende Systeme, wie etwa Folien aus nachwachsenden Rohstoffen und biologisch abbaubaren Materialien, in der Datenbank erfasst werden. Dazu sitzen Experten der Firma Naturabiomat mit im Konsortium. Denn ein weiteres Ziel von QualiMeat ist es, den Weg für ökologisch nachhaltige Verpackungssysteme auch im Fleischsegment zu bereiten.

Die Komplexität des Themas nimmt aber noch zu, bedenkt man, dass auch der Verpackungsprozess selbst eine große Rolle für die Produktverpackung spielt. Die Maschinen müssen auf die Materialien und die Behandlung des zu verpackenden Fleisches abgestimmt sein. Know-how zu diesem Thema bringt der Verpackungsspezialist Multivac ein, weltweit einer der Marktführer auf diesem Gebiet. Das Konsortium konnte sich vergangene Woche bei einer beeindruckenden Führung durch das Firmengelände vor Ort ein Bild machen, welche Aspekte hierbei eine Rolle spielen und wo im weiteren Projektverlauf neue Systeme getestet werden sollen. Mit an Bord ist auch der Verein ZLV – Zentrum für Lebensmittel- und Verpackungstechnologie, über ihn als Multiplikator sollen die Ergebnisse mit Projektende schließlich der gesamten Verpackungs- und Lebemsmittelbranche zur Verfügung stehen.

Das Projekt QualiMeat wird vom europäischen Programm Interreg gefördert und läuft von Sep 2016 – Aug 2019. Mit einem Gesamtbudget von rund 1 Mio. Euro haben sich die Partner zum Ziel gesetzt, Wechselwirkungen verschiedener Verpackungssysteme auf Frischfleisch zu untersuchen und mit den neuen Erkenntnissen Verpackungsmaterial und -prozesse zu optimieren. Weitere Informationen.

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