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31.08.2017

Von Blitzableitern, Industriethermometern & Co.

Studierende präsentieren technische Innovationen

Erleichterung, Freude und Stolz liest man in den Augen der 21 Studierenden im Masterstudiengang Technisches Innovations- und Produktmanagement. Fast ein Jahr lang haben sie gemeinsam mit fünf Partnerunternehmen akribisch an der Umsetzung einer innovativen Produktidee gearbeitet, die sie nun ihren Firmenbetreuern und Professoren erfolgreich präsentierten.

Der Praxisbezug in Lehre wird im gesamten Studienangebot der Hochschule Kempten groß geschrieben. Projektarbeiten während des Studiums sind demnach nichts Ungewöhnliches. Doch das Lehrkonzept des 2016 erstmalig gestarteten Masterstudiengangs Technisches Innovations- und Produktmanagement geht noch einen Schritt weiter. Die ersten zwei Theoriesemester werden durch ein zu bearbeitendes, reales Industrieprojekt eng mit der Praxis verzahnt. So auch im Fall von Dirk, Irina, Christian und Florian. Sie stellten sich der Aufgabe der Firma DEHN + SÖHNE GmbH + Co.KG (DEHN) aus Neumarkt, dem Gewitter immer einen Schritt voraus zu sein. Konkret ging es um die Einführung eines Gewitterfrühwarnsystems, ein Projekt zur Erweiterung des Produktportfolios des Unternehmens. Mit der Produktdefinition, -realisierung und -einführung durchliefen sie alle Phasen eines Innovationsprozesses. Dabei wurden Markt- und Wettbewerbsanalysen durchgeführt, der Kundennutzen, ein Produktkonzept, ein Pflichtenheft, ein Marketingkonzept und ein Businessplan ausgearbeitet. Unterstützt wurde das vierköpfige Team von einem erfahrenen Produktmanager der Firma DEHN. In begleitenden Blockveranstaltungen wurde den Studierenden die entsprechende Theorie aus den Bereichen Produkt-, Projekt- und Prozessmanagement vermittelt und notwendigen Methoden für die erfolgreiche Durchführung von Innovationsprojekten gelehrt.

Schon bald soll das Gewitterwarnsystem eingeführt werden. Es wird auf Baustellen, Windkraftanlagen, Open Air-Veranstaltungen oder Kommunikationsanlagen zum Einsatz kommen und schützt Menschen, Anlagen und Arbeitsabläufe vor Schäden durch Blitzeinschläge.

Masterstudent Florian Küß blickt zurück: „Über zwei Semester in einem Team zu arbeiten, welches großartig funktioniert, ohne strenge Regeln und hierarchischer Leitung war eine tolle Erfahrung. Durch den hohen Praxisbezug des Studiums und dem optimalen Umfeld der Firma DEHN konnte ich die Inhalte des Produktmanagements so lernen, dass ich diese auch im Berufsleben anwenden kann.“

Erfahrungen, die auch die 17 Kommilitoninnen und Kommilitonen in ihren Teams teilen. Für die Firma Endress+Hauser in Nesselwang entwickelten sie ein Konzept für eine neue Thermometergeneration, die u. a. in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz kommen wird. Eine weitere Gruppe widmete sich der Elektrifizierung von mobilen Arbeitsmaschinen im 48V-Bereich am Beispiel eines Radladers. Ein Auftrag der Firma Sensor-Technik-Wiedemann aus Kaufbeuren. Für DELO, einen der führenden Hersteller von Industrieklebstoffen mit Sitz in Windach bei München erarbeiteten die Studierenden eine Entscheidungsgrundlage für einen potenziellen Markteintritt im Bereich des Conformal Coating mit licht- und feuchthärtenden Acrylaten für einen Leiterplattenschutz. Bei der Voith Turbo BHS Getriebe GmbH, Sonthofen wurde eine Innovation im Bereich Getriebe für Gas- und Dampfturbinen geschaffen.

„Es freut mich riesig, mit welch großer Motivation alle Studierenden den Sprung ins kalte Wasser unseres neuen Masters gewagt haben. Die Ergebnisse, die von den einzelnen Projektgruppen erbracht wurden, übertreffen alle Erwartungen“, so Studiengangskoordinator Prof. Dr. Thomas Nägele.

Dem Erfolg der Projektergebnisse und des Lehrkonzeptes dienlich, ist dabei auch die gelebte Interdisziplinarität. Die Studentinnen und Studenten bringen ganz unterschiedliche Kompetenzen aus ihren Grundstudiengängen mit. Maschinenbauer, Elektrotechniker, Medizintechniker und Wirtschaftsingenieure arbeiten gemeinsam an der bestmöglichen Lösung. Ein Ansatz, der für viele Firmen der Schlüssel einer erfolgreichen Unternehmensentwicklung sein dürfte und der Mission der Hochschule Kempten „Kompetenz durch
vernetzte Vielfalt“ im vollen Umfang Rechnung trägt.

Weitere Informationen zum Masterstudiengang Technisches Innovations- und Produktmanagement

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