Wirtschaftsrecht - Hochschule Kempten Zur Hauptnavigation

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Prof. Dr. Ingrid Werdan

 

Wirtschaftsrecht

Warum das Spezialisierungsmodul "Wirtschaftsrecht" wählen?
1. Rechtsprobleme gibt es überall!

Rechtliche Fragestellungen und Probleme durchziehen die ganze Wirtschaftspraxis. Jedes Unternehmen, egal welcher Branche, muss sich tagtäglich mit rechtlichen Themen auseinandersetzen, z.B.:

Wareneinkauf
Wird z.B. eine Maschine gekauft, bei der sich Mängel herausstellen, so ist das Kaufvertragsrecht gefragt. Hat der Verkäufer seinen Sitz in einem europäischen Staat, sind ggfs. europarechtliche Rechtsfragen zu beantworten. Handelt es sich um einen Lieferanten aus einem Drittstaat, ist u.U. das Internationale Privatrecht zu prüfen. Um ggfs. schon vorher Probleme zu vermeiden, sollte die Vertragsgestaltung und Vertragsprüfung fachgerecht erfolgen.

Warenverkauf
Gleich gelagerte Probleme stellen sich im Absatzbereich. Auch hier sind europarechtliche Fragestellungen oder Probleme des Internationalen Privatrechts zu beachten. Darüber hinaus spielt der Verbraucherschutz eine immer größere Rolle und nötigt Unternehmen, ihre Vertragsgestaltung auf diese Problematik abzustimmen.

Forschung und Entwicklung
In diesen Bereichen sind vor allem spezialgesetzliche Regelungen wie z.B. das Arzeneimittelrecht, aber auch z.B. Tierschutzrechte etc. zu beachten.
Für alle Branchen gilt jedoch:
Neuentwicklungen müssen – soweit möglich – geschützt werden. Hier sind vor allem für kaufmännische leitende Angestellte, aber auch für Geschäftsführer und Vorstände Kenntnisse des Patentrechts und sonstiger Schutzrechte unabdingbar.

Tätigkeit als leitender Angestellter, Geschäftsführer oder Vorstandsmitglied
Egal, in welcher Branche: Sobald ein Betriebswirt in leitender Position tätig ist, wird er ständig mit rechtlichen Fragestellungen und Problemen konfrontiert. Nicht nur die Gefahr der persönlichen Haftung (zivil- und strafrechtlich!), sondern auch das ‚Tagesgeschäft’ erfordert jedenfalls grundlegende Kenntnisse der rechtlichen Zusammenhänge und Auswirkungen, damit rechtzeitig reagiert und somit ggfs. Schaden vom Unternehmen abgewendet werden kann.

Unternehmenskrise
Besonders in Krisensituationen, in denen der persönliche und finanzielle Druck extrem hoch wird, müssen zivil- und strafrechtliche Haftungsrisiken erkannt werden. Andernfalls drohen z.B. Gefängnisstrafen wegen Eingehungsbetrugs, verspäteter Insolvenzanmeldung …

Bedeutung des Wirtschaftsrechts für Unternehmen und in der Wirtschaft

Die Komplexität der rechtlichen Rahmenbedingungen für ein Unternehmen nimmt immer mehr zu. Zahlreiche ‚Reformen’ haben bereits einschneidende Änderungen gebracht. Deren Auswirkungen beschränken sich nicht nur auf die unmittelbar damit befassten Berufsgruppen wie Anwälte, Steuerberater, Unternehmensberater oder Wirtschaftsprüfer. Immer mehr wird in der Wirtschaft erwartet, dass Mitarbeiter im gehobenen und mittleren Management Kenntnisse der rechtlichen Zusammenhänge und Problembewusstsein haben.

Gerade in mittelständischen Unternehmen gibt es in der Regel keine Stabsabteilung Recht. Aus Kostengründen ist es in der Praxis häufig nicht möglich, schon bei Entscheidungsvorbereitungen oder bei nur erwarteten, aber noch nicht eingetretenen Problemen, einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen. Das führt in der Praxis häufig dazu, dass Fehlentscheidungen rechtlicher Art getroffen werden, die im nachhinein – wenn überhaupt – nur schwer zu korrigieren sind.

Vor allem in Zeiten der Wirtschaftskrise ist der Rechtsanwalt auch als Unternehmensberater gefragt: er kennt in der Regel sein Mandantenunternehmen sehr gut; im mittelständischen Bereich vor allem auch die persönlichen Verhältnisse der Gesellschafter. Er kann in der Regel schnell reagieren, bei Bankgesprächen unterstützend tätig sein und den/die Unternehmer, Geschäftsführer oder Vorstände bei der Gratwanderung zwischen Sanierung und Insolvenz begleiten.

2. geändertes Anforderungsprofil in der Wirtschaft

Vor allem in Zeiten der Krise ist im kaufmännischen Bereich eines Unternehmens die enge Verzahnung zwischen betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Problemen häufig Berufsalltag. Volljuristen werden in Rechtsabteilungen (so vorhanden) eingesetzt, die anwaltschaftliche Beratung erfolgt in der Regel durch externe Berater. Die Internationalisierung der Wirtschaft erfordert gerade von Führungskräften die Fähigkeit, rechtliche Lebenssachverhalte zu strukturieren, künftige Konflikte zu erkennen und zu vermeiden. Zunehmender Wert wird auf die Fähigkeit zur überzeugenden Darstellung juristischer Sachverhalte bei Verhandlungen oder im Kontakt mit Steuerberatern und Anwälten gelegt.

3. Tätigkeitsfelder

Juristische Kenntnisse eröffnen Hochschulabsolventen breite Berufschancen:

  • als Mitarbeiter/in in Anwalts-, Unternehmensberatungs- und Steuerberaterkanzleien sowie Wirtschaftsprüfungsgesellschaften; weitgehend unbekannt sind die hervorragenden Möglichkeiten, die sich für Betriebswirte mit ausgeprägten Rechtskenntnissen in Insolvenzverwalterkanzleien bieten: dort sind gerade Mitarbeiter/innen gefragt, die sowohl in der Lage sind, die rechtlichen als auch betriebswirtschaftlichen Fragestellungen (z.B. im Zusammenhang mit dem Rechnungswesen) zu beantworten.
  • In nahezu jeder leitenden Funktion eines Unternehmens werden juristisch versierte Fachkräfte gesucht.
  • Von besonderer Bedeutung ist die Möglichkeit, in Führungspositionen, z.B. als Geschäftsführer in mittelständischen Unternehmen ein breites Wissen an rechtlichen Fachkenntnissen einbringen zu können.
Schattenwurf