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Ansprechpartner

PK-Vorsitzender:
Steinweg, Benno, Prof. Dr.

Studiengangskoordinator:
Finkenrath, Matthias, Prof. Dr.

Sekretariat

Anschrift:
Bahnhofstraße 61                   87435 Kempten (Allgäu)

Frau Carina Biller
Frau Michaela Gerle

Raum T202

Tel.: +49 (0) 831 2523 -201
Fax: +49 (0) 831 2523 -229

E-Mail:
Sekretariat Maschinenbau

 

Energietechnik
(Master of Engineering)

 

Aufbau des Studiums

Für die Bearbeitung von anspruchsvollen Aufgabenstellungen in der Energietechnik und verwandten Bereichen wird eine Vertiefung in den Bereichen energietechnische Grundlagen, Methoden und Technologien benötigt. Darüber hinaus werden fachübergreifende Grundlagen vermittelt, mit Hilfe derer die Studierenden in die Lage versetzt werden, Projekte eigenverantwortlich und umfassend mit Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Aspekte zu leiten. Im Folgenden werden die vier Ausbildungsblöcke näher erläutert:

Energietechnik: Vertiefung Grundlagen

Für Tätigkeiten in der Forschung und Entwicklung werden heutzutage Berechnungsmethoden benötigt, die über klassische Standard-Lehrbuchmethoden hinausgehen. Die zugrunde liegenden physikalischen Prozesse und die daraus abgeleiteten mathematischen Gleichungen sind so komplex, dass sie aufbauend auf der Bachelor-Ausbildung eine Vertiefung in einem Masterstudium erfordern. Ein Beispiel ist die numerische Strömungssimulation, mit der sich Strömungen und Wärmeübertragungsvorgänge detailliert berechnen lassen, ausgehend von den Grundlagen der Thermofluiddynamik und der numerischen Mathematik. Solche Methoden waren bis vor einigen Jahren ausschließlich in Forschungsbereichen zu finden, ihre Bedeutung für die Entwicklung wächst aber infolge drastisch gesunkener Hardwarekosten und benutzerfreundlicher Softwareprodukte kontinuierlich. Ein weiteres in diesem Master verankertes Thema, das in Bachelor-Studiengängen kaum Platz findet, sind werkstoffwissenschaftliche Grundlagen der Elektrochemie. Diese werden für ein grundlegendes Verständnis von elektrochemischen Energiespeichern (Batterien) oder Energiewandlern (z.B. Brennstoffzellen) benötigt. Außerdem werden vertiefende Grundlagen im Bereich der Hochtemperaturwerkstoffe vermittelt, denen im Bereich der Energietechnik eine große Bedeutung zukommt (z.B. Keramikwerkstoffe in Gasturbinen).

Energietechnik: Vertiefung Methoden & neue Methoden

Die Vermittlung von aktuellsten Methoden zur Analyse von Systemen und Komponenten stellt einen Schwerpunkt dieses Studiengangs dar. Wo immer sinnvoll und möglich werden daher Übungen, Seminararbeiten oder Praktika mit entsprechenden Methoden oder Computerprogrammen durchgeführt.

Energetische Anlagen und Prozesse zeichnen sich durch eine hohe Komplexität aus, die sich nur mit entsprechend aufwendigen Methoden ganzheitlich erfassen lassen. Für die sinnvolle Nutzung von Energieströmen existieren Analysemöglichkeiten, wie z.B. die Pinch-Point-Methode oder die Exergieanalyse. Komplizierte Systeme mit vielen Wechselwirkungen können mit entsprechenden Programmen modelliert und berechnet werden (Systemsimulation). Im Bereich von Antriebssystemen können z.B. mit entsprechenden Simulationsprogrammen mechanisch/energetische Modelle analysiert werden und im Kraftwerksbereich thermodynamische Modelle. Auch der Bereich der Messtechnik im Energiebereich wird behandelt. Es wird sowohl die Sensorik behandelt als auch der Umgang mit Software zur Messdatenerfassung /-verarbeitung vermittelt.

Bei allen eingesetzten kommerziellen Softwareprodukten wird darauf geachtet, solche mit möglichst weiter Verbreitung in der Industrie einzusetzen, um für die Firmen und die Studierenden einen größtmöglichen beruflichen Nutzen zu erzielen.

Energietechnik: Vertiefung Technologien & neue Technologien

Grundlegende technische Komponenten werden typischerweise in Bachelor-Studiengängen gelehrt, wie beispielweise Kraft- und Arbeitsmaschinen. Die aktuellen Entwicklungen in der Energietechnik zeichnen sich aber durch eine wesentlich größere Bandbreite an relevanten Technologien aus. Zusätzlich ist in vielen Bereichen eine erhöhte Komplexität von energietechnischen Systemen erkennbar. Wo beispielweise im Hausenergiebereich noch vor 10-15 Jahren fast ausschließlich Standardsysteme mit Gas- oder Ölkessel relevant waren, steht heute eine Vielzahl an energietechnischen Systemen zur Verfügung, wie z.B. Solarthermie, Photovoltaik, diverse Varianten an Wärmepumpen oder Klein-Blockheizkraftwerken und bald sogar Brennstoffzellensysteme. Berücksichtigt man zusätzlich die vielfältigen technischen Möglichkeiten der Energieeinsparung und die finanziellen Förderungsmöglichkeiten, ergibt sich eine enorme Zahl an Systemkombinationen, deren technische und finanzielle Bewertung sehr anspruchsvoll ist.

Da konventionelle Technologien wie die der thermischen Kraftwerke noch lange Zeit eine große Relevanz haben werden, sind diese Inhalte auch bewusst in dem Studiengang enthalten. Die Module zur Kraftwerkstechnik  beinhalten allerdings neben konventionellen Kraftwerkstypen auch neuere Konzepte wie beispielsweise solarthermische Kraftwerke. Zu den klassischen energietechnischen Disziplinen zählt auch die Kältetechnik, die zum Beispiel in der betrieblichen Energieversorgung eine  hohe Relevanz hat aber auch durch den zunehmenden Einsatz von Wärmepumpen im Hausenergiebereich.

Einen Schwerpunkt im Studiengang bilden Technologien, die zukünftig eine hohe Relevanz haben werden, wie z.B. regenerative Energien, Energiespeicher, Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung. Bei den Energiespeichern ist ein sehr umfassendes interdisziplinäres Lehrangebot realisiert worden, das alle Arten von Technologien umfasst, wie z.B. elektrochemische Speicher, adiabate Druckluftspeicher, chemische Speicher oder thermische Speicher.

Im Automobilbereich finden sich zahllose Betätigungsfelder für Ingenieure mit energietechnischem Schwerpunkt. Insbesondere im Bereich der Fahrzeugantriebe gibt es heute eine Vielzahl konkurrierender Systeme, wie Verbrennungsmotor, Elektroantrieb, Hybrid oder Brennstoffzelle. Für eine Bewertung hinsichtlich technischer Vor-/Nachteile und der Energieeffizienz muss hier der gesamte Antriebsstrang analysiert werden.

Fachübergreifende Grundlagen

Die umfangreichere Ausbildung und das höhere Qualifikationsniveau eines Master-Absolventen im Vergleich zum Bachelor-Absolventen sollen den Studierenden einen beruflichen Einstieg in verantwortungsvolle Positionen ermöglichen. Der Ausbildungsschwerpunkt mit methodischen Fähigkeiten im Bereich Projektmanagement und Organisation ist daher eine essentielle Basis. Dadurch sollen die Studierenden in die Lage versetzt werden, bereits von Beginn an Projekte eigenständig zu leiten. Dieses Modul wird ergänzt um betriebswirtschaftliche Kenntnisse (z.B. Kosten- und Investitionsrechnung) sowie grundlegende Methoden der Wirtschaftlichkeitsrechnung.

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